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Felix Hunn: Mitbegründer des FFC – Vater der Deutschen Meisterschaft
1907 wurde der FFC bekanntlich Deutscher Meister. Einen großen Anteil an diesem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte hatte Felix Hunn. In den Vereinsnachrichten des FFC (Nr.11/12 von 1962) wurden die Verdienste vonFelix Hunn ausführlich gewürdigt. Wir wollen Ihnen diesen interessanten Artikel, der vor fast 40 Jahren erschien, nicht vorenthalten. “Im Jahr 1878 erblickte Felix Hunn als “urchiger Wiehremer” in der Nägeleseestrasse das Licht der Welt. Erziehung und Unterricht vermittelten dem quicklebendigen Jungen die Lessingschule, später die Oberrealschule (Rotteckgymnasium), die er 1897 nach erfolgreich bestandenem Abitur verließ. In der Berufswahl stehend, entschied er sich für den mathematisch – naturwissenschaftlichen Zweig des höheren Lehrfachs. Die Liebe zu seinem FFC veranlasste ihn, die Studentenjahre ununterbrochen an der Freiburger Almamater zu verbringen. Nach der Staatsprüfung im Jahre 1901 begann die dienstliche Laufbahn an seiner alten, ihm lieb gewordenen Oberrealschule, und in die ersten Jahre seiner Lehrtätigkeit fällt nun das einmalige, vorbildliche Wirken im Dienste des Fußballs, im Dienste des FFC, das 1907 seine Krönung fand und ihm selbst mit vollem Recht den Ehrentitel des “Vater der Deutschen Meisterschaft” eingetragen hat.
Wie kamen Felix und seine Kameraden zum Fußball? Im Jahre 1889, als Felix elf Lenze zählte, wurde in der Dreisamstrasse in den Häusern Nr.1 bis 5 eine englische Kadettenanstalt eröffnet, in der 40 bis 50 Engländer im Alter von 16 bis 20 Jahren untergebracht waren. In dem Erziehungsprogramm der Anstalt spielte der Sport (in der Hauptsache Hockey und Fußball) als eines der Hauptfächer eine gewichtige Rolle. Täglich nach dem five o`clock tea zogen die Kadetten im Sportdress und Laufschritt hinaus zum Sportplatz an der Schwarzwaldstrasse, der unterhalb der heutigen Stadthalle gelegen war und von der Freiburger Jugend – genau wie in Karlsruhe – der “Engländer” getauft wurde. Als eifriger Besucher standen am Spielfeldrand, staunten und lernten Felix und seine Kameraden – darunter sein Bruder Hermann, der geistige Inspirator Ernst Helbling, Otto Forster, Bernhard Wildmann, Albert Müller-, alle aus der Nägeleseestrasse.

Die Jugend von damals stürzte sich ebenso wie die Jugend von heute auf das Neue, das soviel Anziehungskraft ausstrahlte und für den Spielbetrieb ungeheure Reize in sich barg. Bald war ein Häuflein von 22 “Aufrechten” im “Mättleclub” fest zusammengefügt. Das “Mättle”, das Eldorado der Fußballjagden, war auf einem öden Gelände zwischen der hinteren Nägelesee- und Sternwaldstrasse gelegen. Dirigiert und kommandiert wurde die Schar von dem Dioskurenpaar Felix Hunn und Ernst Helbling. Felixens Stärke lag in der unwiderstehlichen Fähigkeit, sich Geltung zu verschaffen, die er mit scharfer Kommandostimme und einer unversehens in Aktion tretenden Schlagkraft der vorderen Extremitäten unter Beweis stellte. Widerspruch wurde nicht geduldet. Er musste auf der Stelle gebrochen werden. Manche Backpfeife entzündete himmlisches Feuer und ließ englische Chöre im Ohr erklingen. Der Erfolg stand immer auf seiner Seite. Felix war unumschränkter Herrscher des Mättle. Ernst Helbling dagegen spielte die Rolle des Spiritus Rector, der die geistigen Fäden spann und in der Hand hielt. Von ihm wurde Felix, der Oberrealschüler und angehender Kenner der englischen Sprache, des öfteren in die Dreisamstrasse abkommandiert, um sich dort im englischen Regeltext und in den Geheimnissen des Fußballs unterweisen zu lassen. Was er dort gehört und in sich aufgenommen hatte, gab er getreulich und mit heiligem Eifer weiter und sorgte rücksichtslos dafür, dass die Lehren befolgt wurden. “Der Ball darf nicht getrieben, sondern muss rechtzeitig abgespielt werden”, - “Wer schneller startet, ist vor dem anderen am Ball. So wird das Spiel schneller und der Gegner früher müde”, - “Gewinnen kann nur, wer Tore schießt. Schießen muss jeder können, und aus jeder Lage”. Wehe! Dreimal Wehe!!!, wenn der Eckball hinter dem Tor landete. Über die eiserne Einhaltung dieser Grundprinzipien des Fußballs wachte Felix Hunn wie ein Cerberus. So wie er auf dem Mättle herrschte, waltete er dann auch später im FFC und schmiedete auf diese Weise in den Jahren 1902 bis 1907 eine blutjunge Mannschaft zurecht, der dann im Jahre 1907 der große Wurf gelang. Im Jahre 1893 wurden auf Veranlassung der Direktoren Bender (Gymnasium) und Rebmann (Oberrealschule) die Schülervereine FVFG (FV Freiburger Gymnasium) und FVFO (FV Freiburger Oberrealschule) gegründet in der Absicht, die Jugend unter Kontrolle zu haben. Es war den Schülern streng verboten, in irgendeinem Verein der Stadt Mitglied zu sein. Direktor Rebmann erkannte auch schon die erzieherische Bedeutung und rief den Verein für Volks- und Jugendspiele ins Leben. Er veranlasste gleichzeitig die Stiftung eines Wanderpreises, der dem Spielverkehr zwischen Gymnasium und Oberrealschule Auftrieb verlieh, und um den die beiden Anstalten alljährlich im Hin- und Rückspiel kämpften. FVFG und FVFO sind die Wiege des FFC geworden.

Im Jahre 1897 verließ eine Reihe von Fußballern – darunter auch Felix Hunn – mit dem Abitur die Höhere Schule. Die Liebe zum Fußball hielt sie in den ersten Semestern ihres Hochschulstudiums noch in Freiburg zusammen. Der FFC wurde in die Taufe gehoben. Die erste Mannschaft war außerordentlich stark. Felix Hunn, Ernst Schottelius, Liefmann, Karding, Manning, Wagner, Hermann Geiss, Haller, Schilling, Burkhart und Butz stehen in bester Erinnerung. Schon im Gründungsjahr wurde die Süddeutsche Meisterschaft errungen. In der Folgezeit aber zerstreuten sich die Mitglieder der Mannschaft dem Zuge des Studiums an anderen Universitäten folgend in alle Winde. Die Spielstärke sank auf den Nullpunkt und dem Club drohte um die Jahrhundertwende die Auflösung. In dieser trostlosen Zeit war es nun Felix Hunn, der mit seinem Freund Ernst Helbling zusammen sich daran machte, das sinkende Schiff ans rettende Ufer zu ziehen. Wie schon erwähnt, hatte Felix im Jahre 1902 nach erfolgreicher Staatsprüfung seine erste Anstellung im Lehrerberuf an der Oberrealschule gefunden. Dem jungen Lehrer fiel es nicht schwer, die Jungen zu begeistern und sich um sich zu scharen. Am Gymnasium wirkte Heinrich Rösch, der als ausgezeichneter Turnlehrer ebenfalls am Spielfeldrand des “Engländer” die Begeisterung für das neue Spiel gewonnen hatte, in der gleichen Weise. In den beiden Schulen wuchsen Talente heran. Aus ihnen formierte Felix eine neue Mannschaft für den FFC, während Helbling in dieser Aufbauzeit die Jugend betreute. Anfangs waren naturgemäß keine Lorbeeren zu ernten. In den Meisterschaftsspielen des Süddeutschen Fußballverbandes schied der FFC immer frühzeitig aus, bekam aber dafür Gelegenheit, einen sehr regen und gewinnbringenden Spielbetrieb mit den Vereinen in der benachbarten Schweiz zu unterhalten. Überall gab die erste Mannschaft ihre Visitenkarte an, festigte in zahlreichen Kämpfen ihre Spielstärke und vermehrte Ruhm und Ansehen des FFC. Bekannt und gefürchtet, gleichermaßen bei Freund und Feind, war Felix Hunn, der große Repräsentant des FFC, der Mann mit dem roten Spitzbart und der leicht aufkommenden Glatze. Mit weithin schallender Stimme dirigierte er seine Mannen während der Schlacht. Er war ein Meister des Fußballs und Spezialist für Kopfballtore aus Eckbällen (Wobei nach einer alten Überlieferung jedes Mal ein Haar sein Haupt verließ!). Darum dreimal Wehe, wehe, wenn der Eckball hinter dem Tor landete! Er war Meister des Wortes nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch am grünen Tisch und in der Tafelrunde beim gemeinsamen Hock und Umtrunk nach beendetem “Match”. Disziplin ist die Mutter der Einigkeit, so lautete seine Devise, und Einigkeit macht stark. Felix hat in den Jahren 1902/07 diese Einigkeit geschaffen und bewahrt; er hat die Mannschaft zur Reife gebracht und wird als “Vater der Deutschen Meisterschaft” fortleben, solange der FFC besteht...” Jgl

FFC-Gründungsgeschichte von Gründungsmitglied Dr. E. Karding!
FFC-Gründungsmitglied Dr. E. Karding hinterließ dem FFC die Gründungsgeschichte des FFC:


“So fingen wir an! Es waren vierzehn junge Leute, die am 17. Dezember 1897 im “Allgaier"zusammen kamen. Zusammengetrommelt hatte uns Ernst Schottelius, der vorher schon den Fußballclub im Gymnasium geleitet hatte; “der Ernst", wie wir ihn nannten, wurde der erste “Kapitän" des FFC und im nächsten Jahre der des neu gegründeten Verbandes Süddeutscher Fußballvereine. Er starb 1935. Dass die einstigen Gymnasiasten und Oberrealschüler auch nach dem Abitur weiterspielten, verdankten wir den jungen Engländern des Instituts von Mr. Adams, die jeden Mittwoch und Samstag beim Waldsee spielten und froh waren, wenn eine Anzahl Deutscher die 22 voll machten. Die Engländer waren in Freiburg, um Deutsch zu lernen. In Wirklichkeit lernten w i r von ihnen Englisch. Zum mindesten Fußball - Englisch; Fußball brauchten wir von ihnen nicht mehr zu lernen. Schon am 15. November 1896 hatte eine kombinierte deutsche Mannschaft sie 4:0 geschlagen, ein Jahr später, am 20. November 1897, brachten sie es auf 2:2, um am 27. Februar 1898 von uns wieder mit 3:0 geschlagen nach Hause geschickt zu werden.

Also am 17. Dezember 1897 wurde der FFC mit vierzehn Mitgliedern gegründet. Ein Jahr danach feierte er sein l. Stiftungsfest mit 60 Mitgliedern, und er konnte auf ein inhaltsreiches Jahr zurückblicken. Dass der Club die Schüler-Elf überlegen schlug (13. März 1898 mit 5:0 und am 15. Mai mit 7:0), war wohl natürlich; dass er in Straßburg am 2. Januar mit 1:3 verlor, war Pech; dass er den Karlsruher Fußballverein am 13. Februar in Freiburg mit 7:2 “abfertigte", war Glück; dass er sich im Gegenspiel in Karlsruhe drei Wochen später mit 1:3 schlagen ließ, konnte er dem etwas merkwürdigen Spielplatz zuschreiben, der von zwei Straßen durchkreuzt wurde, die ebenso wie eine größere Fläche vor dem Tor unter Wasser standen und eine ganz neue Balltechnik verlangten. Die beiden Hauptereignisse aber waren ein erstes internationales Spiel gegen die Old-Boys Basel am 19. Mai 1898 mit 3:2 (1:2) und das entscheidende Spiel um die erstmalig ausgetragene Süddeutsche Meisterschaft am 6. November mit 4:3 (1:1). Von dem ersteren kann ich noch die Aufstellung angeben: Bergdold; Ad. Wagner, Kohts (Straßburg); Specht, E. Schottelius, Liefmann, Th. Schilling, Hoog, Hunn, Wetzler (Karlsruhe), George. George, Hoog und Wetzler schossen die drei Tore. — Sonst hielten wir uns international zurück, und dasselbe tat der Süddeutsche Verband in bewusstem Gegensatz zu dem vielgeschäftigen Bensemann, der den dafür noch lange nicht reifen deutschen Fußballsport durchaus mit dem Ausland sich messen lassen wohltuend dabei so selbstherrlich vorging, dass der Verband ihm scharf entgegentreten musste. In einer unserer unregelmäßig erscheinenden Bierzeitungen hieß es: “Auf dem ersten Platz in unsrer schwarzen Liste da steht ganz gewiss die Walter - Bense - Kiste, und in England drüben ist er hoch geehrt, 30, und das ein' von beiden ist verkehrt."

Ich weiß nicht, wie die Fußballspieler von heute sich zum Alkohol stellen. Wenn man an die heutigen Stadien und Zuschauerzahlen, an den Fußballtoto und die Vertragsspieler denkt, so scheint der Sport eine verdammt ernsthafte Sache geworden zu sein, die vom Spieler nicht nur sichere Beine, sondern auch einen stets klaren Kopf verlangt. Vor fünfzig Jahren spielten wir zu unserem Vergnügen, und zu unserem Vergnügen durften auch gelegentlich ein unsicherer Kopf und selbst unsichere Beine gehören. Nach dem Spiel gingen wir grundsätzlich nicht nach Hause, sondern je nachdem in den “Heidehof" oder zu “Küchlin" oder “Laber". Und dann wurde getrunken und gesungen: “Im Herbst, wenn's Wetter kühl, dann geht's ans Fußballspiel", und der “Afrika-Chor", dessen Kernstück “o - ni - ko - te" uns den Pfiff gab, an dem alle FFC'ler sich über drei Querstraßen hinweg zusammen zu finden wussten. Und wenn etwa ein “alter Herr" dabei saß und bereit war, “gute Eindrücke zu machen", so wurde der große gläserne Stiefel herangeholt und machte die Runde unter heftigem “Humpe, humpe, humpe, wölleme, schöpple süfeme keine meh". Ein kräftiger Umtrunk war nach jedem Wettspiel das einfachste Mittel, um den Sieg zu feiern oder die Niederlage zu verschmerzen. Und wir spielten nicht nur Fußball. Wir hatten zwar keine besonderen Abteilungen für Tennis, Leichtathletik oder Radfahren, aber wir trieben sie nebenher. Über das “Dreibeinlaufen" habe ich schon zum 30. Stiftungsfest berichtet. Im April 1898 machten wir ein Radrennen im Mooswald, bei dem als Letzter ein Mann mit steifem Hut, Regenschirm und Botanisiertrommel durchs Ziel ging. Am 30. Mai folgte eine Pfingsttour auf den Feldberg von Posthalde aus mit einem Wettspiel auf dem “höchst gelegenen Platze Europas", der freilich wegen seiner Abschüssigkeit jede Ballberechnung unmöglich machte. Einige Schwächlinge gingen hiernach ins Höllental zurück, während die “besseren Elemente" natürlich über den Schauinsland nach Hause gingen. (Wohlverstanden: zu Fuß!).Ich habe als Schriftführer des Verbandes süddeutscher Fußballvereine 1898 bis 1900 und als l. Schriftführer des Deutschen Fußballbundes 1903/05 die Anfänge der Organisation unseres Sports miterleben und mit beeinflussen können. Ich war sehr stolz darauf, dass ich auf dem Kasseler Bundestag, Pfingsten 1904, berichten konnte, dassdie Mitgliederzahl des Bundes im letzten Jahre von 133 auf 214 Vereine gestiegen war. Keiner von uns hätte sich träumen lassen, dass es einmal Fußballstadien für 60—100 000 Zuschauer geben werde. In Freiburg waren wir froh, wenn hinter den Seitenlinien 60 bis 100 Menschen standen. Aber kein Fußballer von heute kann im Spiel und im Zusammenleben der Vereinsmitglieder glücklicher sein als wir im ersten Jahre unseres FFC...”
Dr. E. Karding